Erst einmal: der Norden ist ein anderes Land
Wer bei Thailand an Strände denkt, denkt an den Süden. Kaffee wächst woanders. Die Berge im Norden, rund um Chiang Mai und Chiang Rai, liegen hoch genug und kühl genug für Arabica — und sie sind landwirtschaftlich schwer zu nutzen. Steile Hänge, dünne Böden, schlechte Straßen.
In diesen Bergen leben seit Generationen Bergvölker — unter anderem Hmong, Akha, Karen und Lisu —, viele davon lange ohne thailändische Staatsbürgerschaft und ohne gesicherte Landrechte. Das ist kein Detail am Rande. Es erklärt einen großen Teil der Geschichte, die gleich kommt.
Und: Diese Region gehört zum Goldenen Dreieck, dem Grenzgebiet zwischen Thailand, Myanmar und Laos. Jahrzehntelang war das die wichtigste Opiumregion der Welt.