BEANBRIDGE

Unsere Mission

Aus einem Handel soll ein Programm werden.

Nüchtern betrachtet sind wir ein Import-Export-Betrieb: Wir bringen Single-Origin-Kaffees aus Thailand zu deutschen Röstereien. Das ist die Arbeit, und die machen wir gerne. Aber es ist nicht der Grund, warum es BEANBRIDGE gibt.

Der Grund ist das, was daraus wachsen soll: eine Gemeinschaft aus Bauern und Röstereien, die immer größer wird. Ein Programm, das den Menschen in den Anbaugebieten Nordthailands wirtschaftliche Perspektive gibt — der älteren Generation, die den Kaffee dort groß gemacht hat, und der jüngeren, die sich gerade entscheidet, ob sie bleibt oder in die Stadt geht.

Diese Seite erklärt, wie wir mit unseren Margen umgehen, was der Farmer Fee ist und was wir damit vorhaben. Wir schreiben hier bewusst auch auf, was noch nicht passiert — sonst wäre es keine Transparenz, sondern Werbung.

Das Herzstück

Der Beanbridge Farmer Fee

Ein Euro für jedes verkaufte Kilogramm, direkt in die Hand des Bauern. Das ist die ganze Regel. Sie passt in einen Satz, und genau das ist der Punkt: Wer sie versteht, kann sie auch nachrechnen.

Der Beanbridge Farmer Fee

Euro

für jedes verkaufte Kilogramm — direkt in die Hand des Bauern, der ihn angebaut hat.


Rechenbeispiel
100 kg =  €

Keine Staffelung, keine Mindestmenge. Der Fee ist einfach das Kilo mal eins.

Wer davon weiß
Alle

Jeder Bauer und jede Rösterei erfährt von uns, dass es den Farmer Fee gibt und wie hoch er ist. Transparenz ist kein Extra, sondern die Bedingung.

Der Weg des Euros

Drei Schritte, und dazwischen sitzt niemand.

  1. Schritt 1

    Ein Kilogramm wird verkauft

    Jedes Kilogramm, das über Beanbridge den Weg zu einer deutschen Rösterei findet, wird gezählt. Nicht der Sack, nicht die Bestellung — das Kilo.

  2. Schritt 2

    Ein Euro wird abgezweigt

    Für jedes verkaufte Kilogramm legen wir 1 € beiseite. Fest, nachvollziehbar und unabhängig davon, wie gut die Marge in dem Monat war.

  3. Schritt 3

    Direkt in die Hand des Bauern

    Der Euro geht an den Menschen, der die Bohne angebaut hat. Nicht an einen Fonds, nicht an einen Zwischenhändler, nicht an uns.

Wichtig ist uns die Bezugsgröße. Ein Betrag „pro Sack“ oder „pro Bestellung“ klingt größer, sagt aber wenig, weil Säcke und Bestellungen unterschiedlich groß sind. Ein Betrag pro Kilogramm wächst mit der Menge, die ein Bauer tatsächlich verkauft — und ist für ihn selbst nachrechenbar.

Transparenz

Alle wissen davon. Das ist keine Nebensache.

Ein Aufschlag, von dem der Bauer nichts weiß, ist kein Aufschlag, sondern eine Geschichte für den Endkunden. Deshalb erzählen wir jedem Bauern, mit dem wir arbeiten, dass es den Farmer Fee gibt und wie hoch er ist. Und wir erzählen es jeder Rösterei, die bei uns kauft — sie soll wissen, was mit ihrem Geld passiert, und sie soll uns danach fragen dürfen.

Das heißt auch: Wenn du Rösterei bist und wissen willst, an wen genau der Euro aus deiner letzten Lieferung gegangen ist, frag uns. Wir sind klein genug, um das zu beantworten.

Einordnung

Wie andere es machen — und was bei uns anders aufgebaut ist

Die bekannteste Antwort auf die Frage „Wie kommt mehr Geld beim Ursprung an?“ ist die Fairtrade-Prämie. Sie ist ein durchdachtes System, sie ist geprüft, und sie hat über Jahrzehnte sehr viel bewegt. Wir stellen sie hier nicht infrage.

Uns geht es um einen strukturellen Unterschied, der unabhängig von Wechselkursen und Preisrunden bestehen bleibt: die Fairtrade-Prämie fließt an die Kooperative, die gemeinsam über ihre Verwendung entscheidet. Der Beanbridge Farmer Fee fließt an den einzelnen Bauern, pro verkauftem Kilogramm. Beides sind legitime Wege. Sie lösen nur unterschiedliche Probleme.

Die Zahlen in der Tabelle stehen als Orientierung daneben, nicht als Wettbewerb. Bilde dir dein eigenes Urteil.

Gegenüberstellung: Struktur der Fairtrade-Prämie für Kaffee und Struktur des Beanbridge Farmer Fee.
KriteriumZum VergleichDie Fairtrade-Prämie für KaffeeUnser ModellDer Beanbridge Farmer Fee
Wer bekommt das Geld?Die Kooperative. Sie verwaltet die Prämie als Gemeinschaftsfonds.Der einzelne Bauer, der die Bohne angebaut hat. Direkt in die Hand.
Wer entscheidet über die Verwendung?Die Mitglieder der Kooperative gemeinsam, in einem demokratischen Verfahren.Der Bauer selbst. Wir machen keine Vorgaben.
Typische VerwendungGemeinschaftsprojekte: Maschinen und Ausrüstung, Umstellung auf Bio, Schulen, Gesundheitsstationen, Trinkwasser.Was der Bauer für richtig hält. Es ist sein Geld.
BezugsgrößePro Pfund (lb) verkauftem Rohkaffee.Pro Kilogramm verkauftem Kaffee.
Höhe0,20 US-Dollar pro Pfund (Stand: Juli 2026). Das entspricht rund 0,44 US-Dollar pro Kilogramm; der Euro-Betrag hängt vom Wechselkurs ab.1,00 Euro pro Kilogramm. In Euro festgelegt.

Quelle für die Angaben zur Fairtrade-Prämie: Fairtrade International, „Six facts you did not know about (Fairtrade) coffee“ sowie die veröffentlichten Fairtrade-Mindestpreise und -Prämien für Rohkaffee. Abgerufen im Juli 2026. Beträge in US-Dollar; der Euro-Gegenwert schwankt mit dem Wechselkurs. Fairtrade hat eine Anpassung der Mindestpreise zum 1. Dezember 2026 angekündigt — die Angaben hier können sich also ändern.

Was wir vorhaben

Noch nicht passiert — aber genau dahin wollen wir

Alles ab hier ist Absicht, kein Bericht. Es läuft noch nicht, wir versprechen es nicht, und wir wollen nicht, dass es sich beim Lesen so anfühlt. Wir schreiben es trotzdem auf, weil du wissen sollst, wohin wir mit dem Farmer Fee wollen.

  • Geplant

    Lernprogramme aufbauen

    Wir wollen Programme auf die Beine stellen, in denen Wissen weitergegeben wird: Anbau, Aufbereitung, Qualitätskontrolle, Cupping, aber auch der kaufmännische Teil. Wer versteht, wonach ein Spezialitätenmarkt sucht, verhandelt anders.

  • Geplant

    Werkzeug finanzieren

    Vieles scheitert an Ausrüstung, die in Deutschland niemand teuer nennen würde: Trockenbetten, Entpulper, Feuchtigkeitsmesser, eine ordentliche Waage. Wir wollen den Farmer Fee nutzen, um so etwas mitzufinanzieren.

  • Geplant

    Gewinnbeteiligung ausweiten

    Langfristig wollen wir über den festen Euro pro Kilo hinausgehen und die Bauern breiter am Erfolg beteiligen. Wie genau das aussieht, entscheiden wir nicht am Schreibtisch in Deutschland, sondern gemeinsam mit ihnen.

  • Geplant

    Über Thailand hinaus

    Wenn das Modell in Nordthailand trägt, spricht nichts dagegen, es später auch in anderen Ursprungsländern anzubieten. Aber erst muss es hier funktionieren.

Ein Programm entsteht nicht durch eine Seite im Internet.

Es entsteht dadurch, dass Kaffee verkauft wird. Jedes Kilo, das eine deutsche Rösterei bestellt, macht die Gemeinschaft ein Stück größer — und schickt einen Euro dorthin, wo er angebaut wurde.